RUINE ALT HOMBERG

Im Wittnauer Bann, ganz an der Grenze zu Gipf-Oberfrick liegt oben auf dem Berg die Burgruine Alt Homberg. Von den Mauern der einst bedeutenden Burg ist heute beihnahe nichts mehr zu sehen. Trotzdem lohnt es sich, die wechselvolle Geschichte näher kennen zu lernen.

 

Ritterdarstellung (Sandsteinrelief aus der Burgkapelle der Burg Homberg)
Ritterdarstellung (Sandsteinrelief aus der Burgkapelle der Burg Homberg)

Die Burg:

Spätestens um 1100 muss auf dem Homberg eine Burg gestanden haben. Im Jahre 1103 nennt sich Rudolf der Erste «de Honberc».

Die dreieckige Spornfläche, auf der die Burg angelegt war, ist durch zwei parallele Gräben abgeriegelt, von denen der östlichere noch ca. 16 m tief ist.

Gegen den Halsgraben hin schützte eine etwa 3 m dicke Schildmauer die Burg vor Angriffen aus Westen. Einen Turm gab es in der Anlage offenbar nicht. Entlang der Nord- und Südmauer lagen zwei Gebäudetrakte, die in der Mitte einen Innenhof mit Zisterne freiliessen.

Von den Burggebäuden ist heute fast nichts mehr zu sehen. Beim Basler Erdbeben von 1356 und den „Ausgrabungen“ im 19. Jahrhundert wurde das aufgehende Mauerwerk weitgehend zerstört.


Die Bewohner:

Die Burg war der Sitz der Grafen von Alt Homberg. Ihr Einfluss und Güterkomplex erstreckte sich vom Frickgau bis in das Bistum Basel. Über die Neu Homberger und deren Erben wechselte die Burg im Jahre 1351 in den Besitz der Herzöge von Habsburg-Österreich. Diese verpfändeten sie 1353 an ihren Verwandten, den Grafen Johann II. von Habsburg-Laufenburg. Aufgrund schriftlicher Überlieferungen sowie Bodenfunden bedeutete das Erdbeben von Basel drei Jahre später aber nicht das Ende der Besiedlung auf dem Homberg. In der Burgruine muss noch lange nach dem Erdbeben ein Sässhaus sowie vermutlich die Burgkapelle weiter bestanden haben.

 

Fundgeschichte:

Im Frühling 1869 machte sich eine Gruppe junger Wittnauer Burschen daran, in der Burgruine nach «Alterthümern» zu graben. Die wilde Wühlerei war sehr ergiebig, wurde dann aber eingestellt, als das schöne Wetter zur Feldarbeit rief.

Angeregt durch Pfr. Hermann Müller wurden 1882 weitere Grabungen vorgenommen. Die Historische Gesellschaft des Kantons Aargau stellte 150 Fr. zur Verfügung. Die Ausgräber erhielten 2 Fr. Tageslohn. Zwei Jahre später wurden die Arbeiten dank weiteren 100 Fr. Unterstützung noch einmal aufgenommen.

Obwohl eigentlich die «gänzliche Ausbeutung» geplant war, unterblieben in der Folge weitere Wühlereien auf der Ruine.

1988, beim Bau einer Waldstrasse, schnitt man die mittelalterliche Abfallhalde an. Freiwilligen Bodenforscher der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde bargen hier eine Menge Kleinfunde.


Die Funde:

Wegen der Zerstörung durch das Basler Erdbeben wurden darum in den Trümmern der Burg - nebst den üblichen Siedlungsabfällen - ausserordentlich hochstehende Funde gemacht. Darunter fanden sich auch Teile der verschütteten Fahrhabe des Grafen Johann II. von Habsburg-Laufenburg. Bei den Grabungen im 19. Jahrhundert war man nur an Prunkstücken interessiert. Den Keramikscherben oder Tierknochen schenkte man kaum Beachtung und barg sie nicht. Erst die Funde von 1988 ergänzten das Spektrum einigermassen.

 


Ein fundierter Bericht über den reichhaltigen Fundkomplex der Grabung von 1882/1884 ist im Internet abrufbar. Christoph Reding, stellvertretender Kantonsarchäologe des Kantons Baselland, hat die Altfunde neu bearbeitet.

Den Link dazu finden Sie  → hier .


1884 verfasste Franz Josef Hochreuter einen Bericht über die Ausgrabungen von 1869, 1882 und 1884 auf dem Homberg. Auf der Homepage «wittnau-einst.com» können Sie den handgeschriebenen Text nachlesen. 

Den Link dazu finden Sie  → hier .


Seit 2017 steht auf dem Homberg eine Info-Tafel der Aargauischen Kantonsarchäologie.

Ein Pdf dieser Tafel kann hier heruntergeladen werden.

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Infotafel RUINE ALT HOMBERG
BKSKA_Sehenswuerdigkeiten_Infotafel_Witt
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