Bericht über die Ausgrabungen auf dem Homberg in den Jahren 1869, 1882 und 1884

Einen Eindruck über die ersten Ausgrabungen in der Ruine Alt Homberg gibt uns der Bericht des Wittnauer Burschen Franz Josef Hochreuter. Seine handschriftlichen Aufzeichnungen von 1884 sind in Wittnauer Privatbesitz.

Ausgrabung 1869 (p.5)
Ausgrabung 1869 (p.5)

[p.5]

Im Frühling 1869 zogen einige junge, starke Wittnauer Burschen aus, um auf dem Homberg nach "Alterthümern" zu suchen. Unter anderen waren dabei: Josef Uebelmann, Carl Fricker, Franz Josef Businger und Karl Hort. Mit "Bikkeln, Hauen und Schaufel" gingen sie ans Werk. 

 

Ausgrabung 1869 (p.6)
Ausgrabung 1869 (p.6)

[p.6]

".... Auf einmal hob Uebelmann Josef seinen Bikkel, mit dem er arbeitete, in die Höhe, u. siehe; an demselben stekkte ein Kännlein von besonderer Schönheit, so daß man glaubte, es könnte Silber sein, und wurde unter Jubel ins Dorf gebracht, wo viele das Fundstükk nicht genug bewundern konnten; ..."

 

Ausgrabung 1869 / 1882 (p.7)
Ausgrabung 1869 / 1882 (p.7)

[p.7]

Das schöne Frühlingswetter war 1869 der Grund, warum die Ausgrabungen eingestellt wurde. 

Bis 1882 ruhten die Arbeiten. Ein neuer Impuls kam von Dorfpfarrer Hermann Müller. Er war Mitglied der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. "Für die Ausbeutung u. Freistellung des Mauerwerks auf der Schloßruine Homberg" stellte die Gesellschaft einen Betrag von 150 Fr. zu Verfügung.

 

Ausgrabung 1882 (p.8)
Ausgrabung 1882 (p.8)

[p.8]

Der Hauptzweck war der, den Schutt so viel als möglich aus dem Inneren der Burg zu entfernen und das Mauerwerk freizulegen. 

Den Arbeitern wurde ein Taglohn von Fr. 2.– bezahlt.

Die folgenden Wittnauer waren an den Arbeiten beteiligt:

       Rüetschi Augustin

       Schmid Jakob

       Hort Frz. Xaver

       Brogle Pius

       Brogle Martin

       Schmid Martin

       Beck Andreas

       Hochreuter Frz. Josef

 

Ausgrabung 1882 (p.9)
Ausgrabung 1882 (p.9)

[p.9]

F.J. Hochreuter beschreibt die ersten Funde auf der östlichen Seite der Ruine: 

«Im dritten Gemache, das 9 Meter lang u. 5 Meter breit ist, [...] wurden ganz intressante Scherben von Thonwaren aufgefunden, auch noch bereits ganze irdene Kochtöpfe und verschiedene erdene Blumentöpfe.» 

Ausserdem fand man «eine Menge herrlicher Sandsteinbögen u. Kreütstökkgewänder».

 

Ausgrabung 1882 (p.10)
Ausgrabung 1882 (p.10)

[p.10]

Bei weiteren Grabungen weite südlich stiess man auf eine Stelle, die man als Schloßhof deutete. "Hier kam man auf einen scheinbaren unterirdischen Gang. Als man aber hier in diesem 15 bis 20 Fuß tiefen Loch dn Schutt nicht mehr an die Oberfläche bringen konnte," gab man die Graberei auf.


Ausgrabung 1882 / 1884 (p.11)
Ausgrabung 1882 / 1884 (p.11)

[p.11]

Eigentlich hatte man die Absicht, "den Eingang in den viel besprochenen Schloßkeller" zu finden. Heute können wir annehmen, dass die Schatzgräber auf die Zisterne der Burg gestossen waren. Die Arbeiten wurden aber eingestellt, "denn die Finanzen waren schon lange erschöpft." (Das erinnert doch schon an heutige moderne Archäologie!) 

 

Ausgrabung 1884 (p.12)
Ausgrabung 1884 (p.12)
Ausgrabung 1884 (p.13)
Ausgrabung 1884 (p.13)
Ausgrabung 1884 (p.14)
Ausgrabung 1884 (p.14)
Ausgrabung 1884 (p.15)
Ausgrabung 1884 (p.15)
Ausgrabung 1884 (p.16)
Ausgrabung 1884 (p.16)

[p. 15/16]

«Es ist nur zu bedauern, daß die Arbeiter an den langen heißen Sommertagen sich mit einem so sauren u. gewäßerten Rebensaft begnügen mußten. Hoffentlich wird der 1884er Ihnen mehr Geist u. Kraft verliehen.

Mögen ihm die nöthigen Mittel zur gänzlichen Ausbeutung der Schloßruine folgen.»

Wittnau, den 17. Sept. 1884

F. J. Hochreuter

 

 

Ausgrabung 1884 (p.17)
Ausgrabung 1884 (p.17)

[p.17]

Übersichtsplan über die entdeckten «Gemächer» in der Ruine Alt Homberg.